Advanced Systems Engineering Summit 2022: Perspektiven für Entwickler

Auf der zweitägigen Veranstaltung im Juli standen Anforderungen, Potenziale und Strategien des „Advanced Systems Engineering“ (kurz ASE) im Fokus. Entwicklungsfachleute aus Industrie und Wissenschaft präsentierten auf dem Summit neue Erkenntnisse und tauschten sich mit konkreten Erfahrungen und Best Practice Beispielen aus.

Spannende Einblicke rund um die Komplexitätsbeherrschung und integrierte Planung von Produkten, Dienstleistungen, Prozessen und Ressourcen

Der Advanced Systems Engineering Summit fand am 12. bis 13. Juli 2022 beim Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO in Stuttgart statt. Auf der zweitägigen Veranstaltung standen Anforderungen, Potenziale und Strategien des „Advanced Systems Engineering“ (kurz ASE) im Fokus. Erstmalig widmete sich ein ganzer Veranstaltungstag der Vernetzung und gemeinsamen Workshop-Arbeit der neun vom BMBF geförderten Verbundprojekte in der Förderrichtlinie „Beherrschung der Komplexität soziotechnischer Systeme – Ein Beitrag zum Advanced Systems Engineering für die Wertschöpfung von morgen (PDA_ASE)“ (Förderrichtlinie PDA_ASE) mit ihrem wissenschaftlichen Projekt AdWiSE: Vernetzung der Akteure zur disziplinübergreifenden Entwicklung komplexer vernetzter sozio-technischer Systeme für die Wertschöpfung von morgen (Projekt AdWiSE). Von den Vorträgen, Workshops und Live Demonstrationen profitierten insbesondere auch Teilnehmende aus mittelständischen Unternehmen.

Diese Themen standen im Mittelpunkt der Diskussion:

  • Komplexitätsbeherrschung in der Produktentstehung durch Advanced Systems Engineering (ASE)
  • Digitale Zwillinge in Entwicklung, Produktion und Nutzungsphase
  • Einsatz von Model-Based Systems Engineering für die digitale Durchgängigkeit in der Produktentstehung
  • Steigerung der Flexibilität durch Software-Defined-X
  • Stärkung der Transparenz durch intelligente Visualisierung und Wertstromanalysen
  • Anknüpfungspunkte zur Datennutzung als Ergänzung etablierter Geschäftsmodelle
  • Künstliche Intelligenz in der Produktentwicklung

Breakout-Sessions zur Vertiefung einzelner Aspekte sowie die Besichtigungs- und interaktiven Erprobungs-Highlights Future Work Lab, ASE-Plug-In-Labor und CoLEDWall für Entwicklerteams ergänzten das spannende Programm und stießen auf sehr großes Interesse. Auch die Abendveranstaltung am ersten Veranstaltungstag bot eine ausgezeichnete Gelegenheit, sich individuell auszutauschen und Teil eines stetig wachsenden Netzwerks zu werden.

Warum Advanced Systems Engineering?

Die Produkte und Systeme von Morgen entwickeln sich zu integrierten Produkt-Service-Systemen; sie werden durch die Vernetzung zu dynamischen Systems-of-Systems mit zunehmender Autonomie und einer stärkeren soziotechnischen Interaktion. Dadurch steigt die Komplexität der Entwicklung und Herstellung dieser Advanced Systems deutlich an. Gleichzeitig sind sie entscheidend für die künftige Wettbewerbsfähigkeit des Innovationsstandorts Deutschland. Megatrends wie Green Tech, Mass Personalisation oder digitale Plattformen sind zusätzliche Komplexitätstreiber, die nach neuen Entwicklungsmethoden rufen.

Das Advanced Systems Engineering stellt ein Paradigma dar und ist die zukunftsweisende Antwort auf die beschriebenen Herausforderungen. Es besteht aus den drei Säulen Advanced Systems (AS), Systems Engineering (SE) und Advanced Engineering (AE) und begleitet die Advanced Systems über ihren gesamten Lebenszyklus, von deren Entwicklung bis zum Recycling. Dabei unterstützt das SE die Koordination komplexer, interdisziplinärer Entwicklungsvorhaben auf der Ebene einzelner technischer Systeme, auf Projekt- und auf Unternehmensebene, während AE aktuelle Best Practices und zukünftige Potenziale in den Bereichen Kreativität, Innovation, Agilität, Organisation und Digitalisierung beschreibt.

Marktleistungen von morgen - Wertschöpfung von morgen

ASE hält damit eine Vielzahl an Lösungsansätzen bereit und trifft die Herausforderungen, mit denen entwickelnde und produzierende Unternehmen aktuell konfrontiert sind. Zentral ist hierbei die steigende Komplexität von Systemen und die zunehmende Anzahl an Stakeholdern, die in die Entwicklung zukünftiger Advanced Systems, wie bspw. Produkt-Service-Systeme, eingebunden werden müssen. Eine digitale Durchgängigkeit über die Grenzen des eigenen Unternehmens hinaus ermöglicht schnelle und angepasste Reaktionen auf sich rapide ändernde Marktumfelder.

Ein Schlüssel zur Bewältigung der aktuellen und zukünftigen Herausforderungen war und ist die Digitalisierung. Verteilte Zusammenarbeit, ein effizienter, digitaler und modellbasierter Austausch aller an der Produktentstehung beteiligten Stakeholder ist wichtiger denn je. Dieser fördert das gemeinsame interdisziplinäre Systemverständnis und ermöglicht eine durchgängige, digitale Prozessgestaltung. Ebenfalls können durch eine frühe, digitale Absicherung (Verifikation und Validierung) Fehler und resultierende Risiken minimiert und durch eine geeignete Datenrückführung Optimierungspotenziale gehoben werden.

Break Out Session zur CoLEDWall; maßstäbliche Multiviewer-Ansicht desselben virtuellen Objekts in Echtzeit für interdisziplinäre Entwicklerteams.

Break Out Session zur CoLEDWall; maßstäbliche Multiviewer-Ansicht desselben virtuellen Objekts in Echtzeit für interdisziplinäre Entwicklerteams (1).

Ludmilla Parsyak | Fraunhofer IAO

Break Out Session zur CoLEDWall; maßstäbliche Multiviewer-Ansicht desselben virtuellen Objekts in Echtzeit für interdisziplinäre Entwicklerteams (2).

Break Out Session zur CoLEDWall; maßstäbliche Multiviewer-Ansicht desselben virtuellen Objekts in Echtzeit für interdisziplinäre Entwicklerteams (2).

Ludmilla Parsyak | Fraunhofer IAO

Das Mobile Plug In Labor.

Das Mobile Plug In Labor.

Ludmilla Parsyak | Fraunhofer IAO

Praxisvortrag aus der Industrie: Herausforderungen aus der Sicht eines Entwicklungschefs.

Praxisvortrag aus der Industrie: Herausforderungen aus der Sicht eines Entwicklungschefs.

Ludmilla Parsyak | Fraunhofer IAO

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