Erfolgreicher Abschluss des Projekts „ABILITY“. Mit Kreativität und Ganzheitlichkeit hin zu neuen Geschäftsmodellen

Die Transformation von Geschäftsmodellen hin zur Kombination von Sachgütern und Dienstleistungen im Sinne einer hybriden Wertschöpfung ist komplex und bringt zahlreiche Veränderungen sowie Handlungsbedarfe in den Bereichen Technik, Organisation und Personal mit sich. Dieser Aufgabe hat sich das Projekt ABILITY gewidmet.

Von den Unternehmen erfordert dieser Wandel eine kreative Neuausrichtung des Denkens, um Innovationen zur Umsetzung hybrider Wertschöpfung zu generieren. Allerdings fällt es besonders kleinen und mittleren Unternehmen schwer, die notwendigen zeitlichen, fachlichen und methodischen Ressourcen selbst aufzubringen. Hier knüpft das Projekt ABILITY an.

Systematische Entwicklung hybrider Wertschöpfung

Das Fortschreiten der vierten industriellen Revolution bietet Unternehmen neue Möglichkeiten der Wertschöpfung durch die Entwicklung und Vermarktung von nachgelagerten Dienstleistungen. Eine dieser neuen Formen der Wertschöpfung ist die hybride Wertschöpfung, welche mit Hilfe von Produkt-Service-Systemen (PSS) realisiert werden kann. PSS ermöglichen innovative Geschäftsmodelle, die aus einem System von Produkten, Dienstleistungen, unterstützenden Netzwerken und notwendiger Infrastruktur bestehen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, Kundenbedürfnisse besser zu bedienen oder auch negative Umweltauswirkungen zu verbessern. Möglich ist zum Beispiel die Reduzierung des CO2-Austoßes langlebigerer Produkte im Vergleich zu traditionellen Angeboten.

Die Transformation hin zu einem Anbieter eines PSS erfordert neben der technischen Entwicklung auch eine Anpassung von Abläufen innerhalb des Unternehmens sowie die Entwicklung eines passenden Geschäftsmodells. Dies zieht einen umfangreichen Entwicklungs- und Innovationsprozess nach sich und bedarf gleichzeitig finanzieller, zeitlicher und personeller Ressourcen.

Das Forschungsvorhaben ABILITY zielte daher darauf ab, Unternehmen, insbesondere KMU, zu befähigen, hybride Wertschöpfung in ihrem Handlungsumfeld zu identifizieren, umzusetzen, zu reflektieren und weiterzuentwickeln. Zur Unterstützung der Unternehmen wurde daher das ABILITY-Vorgehensmodell entwickelt, das Anwender durch alle Phasen eines Transformationsprozesses leitet. Dieses Vorgehensmodell wurde in die adaptive ABILITY-Lernumgebung eingebettet und mit passenden Informations- und Lerninhalten für alle Phasen des Prozesses versehen. Hierzu zählen Präsentationen, Checklisten, Methodenempfehlungen, Methodenbeschreibungen und Fallbeispiele aus dem Projekt. Das System umfasst die acht Phasen Aufmerksamkeit, Voraussetzungen, Ist-Stand, Kreativ-Phase, Prototyping, Entwicklung, Implementierung und Aufrechterhaltung.

Neben der theoretischen Konzeption und der technischen Entwicklung der ABILITY-Lernumgebung durch die Entwicklungspartner des Projekts haben drei Anwendungsunternehmen im ABILITY-Projekt beispielhaft für die jeweilige Branche den Transformationsprozess zu hybrider Wertschöpfung durchlaufen. Sie haben ein Geschäftsmodell entwickelt und dabei das Befähigungssystem von ABILITY getestet und verbessert.

Die Zusammenarbeit bei der Entwicklung des Systems mit den Unternehmenspartnern hat jedoch auch gezeigt, dass es keinen einheitlichen Entwicklungspfad für das Vorgehensmodell gibt. Das Vorgehen in jeder Phase muss an die speziellen Bedürfnisse des Unternehmens, dessen Mitarbeitende und die Ausgangssituation in der Branche angepasst werden. Der Prozess der individuellen Anpassung konnte durch die ABILITY-Lernumgebung und dessen Zielbeschreibungen, Checklisten und Methodenempfehlungen sehr gut unterstützt werden. Von den Anwendungsunternehmen des Projekts wurde dies als sehr positiv bewertet. Trotz der Unterstützung durch die ABILITY-Lernumgebung sind auch weiterhin personelle, zeitliche und finanzielle Ressourcen einzuplanen.

ABILITY-Befähigungssystem

ABILITY-Befähigungssystem

Projekt ABILITY

Prototyp eines hybriden Wertschöpfungskonzeptes bei einem Anwendungspartner aus der Kreativ-Phase

Prototyp eines hybriden Wertschöpfungskonzeptes bei einem Anwendungspartner aus der Kreativ-Phase.

Projekt ABILITY

Screenshot: ABILITY-Phasenmodell in der ABILITY-Lernumgebung.

Screenshot: ABILITY-Phasenmodell in der ABILITY-Lernumgebung.

Projekt ABILITY

Quellenangaben Bilderreihe: Bild 1 - Arnold, Dominik; Mahl, Tobias; Köhler, Christian; Lins, Dominik; Werkle, Michael (2022): Aufbau und Struktur des ABILITY-Befähigungssystems. In: Köhler, Christian; Prinz, Christopher; Herrmann, Klaus (Hrsg.): Systematische Entwicklung hybrider Wertschöpfung – Das ABILITY-Befähigungssystem. Shaker Verlag, Düren, S. 37-51. Bild 2 - Lehnert, Bernhard; Werkle, Michael (2022): Use-Case Brabant & Lehnert Werkzeug- & Vorrichtungsbau GmbH. In: Köhler, Christian; Prinz, Christopher; Herrmann, Klaus (Hrsg.): Systematische Entwicklung hybrider Wertschöpfung – Das ABILITY-Befähigungssystem. Shaker Verlag, Düren, S. 195-202. Bild 3 - Arnold, Dominik; Mahl, Tobias; Köhler, Christian; Lins, Dominik; Werkle, Michael (2022): Aufbau und Struktur des ABILITY-Befähigungssystems. In: Köhler, Christian; Prinz, Christopher; Herrmann, Klaus (Hrsg.): Systematische Entwicklung hybrider Wertschöpfung – Das ABILITY-Befähigungssystem. Shaker Verlag, Düren, S. 37-51.

Projektträger

Projektträger Karlsruhe (PTKA)
Produktion, Dienstleistung und Arbeit
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Hermann-von-Helmholtz-Platz 1
76344 Eggenstein-Leopoldshafen

+49 (0)721 608-25281
+49 (0)721 608-992003

info@ptka.kit.edu
Standort Dresden
PTKA

Ansprechpartner

Sekretariat Karlsruhe

Celina Gabber und Solvig Grünitz

+49 (0)721 608-25281
zentralessekretariat@ptka.kit.edu

Sekretariat Standort Dresden

Heike Blumentritt

+49 (0)721 608-31435
heike.blumentritt@kit.edu