Mit hybriden Wertschöpfungssystemen zu neuen, digitalen Geschäftsmodellen

Auf der Abschlusstagung der Fördermaßnahme „Zukunft der Arbeit: Arbeit in hybriden Wertschöpfungssystemen“ verfolgten rund 90 Teilnehmende das Programm zu Schlüsselthemen hybrider Wertschöpfungssysteme. Die Tagung informierte über Projektergebnisse, inspirierte und sensibilisierte dafür, das Thema in der alltäglichen Praxis zu verankern.

Rückblick: Abschlusstagung der Fördermaßnahme „Zukunft der Arbeit: Arbeit in hybriden Wertschöpfungssystemen“

Am 22. März 2022 fand die Abschlusstagung der Fördermaßnahme „Zukunft der Arbeit: Arbeit in hybriden Wertschöpfungssystemen“ statt. Knapp 90 Teilnehmende aus Unternehmen, Verbänden, Politik und Wissenschaft verfolgten das Programm zu Schlüsselthemen hybrider Wertschöpfungssysteme. Gemeint sind damit Formen der Wertschöpfung, die auf die Verbindung von greifbaren Sachgütern und immateriellen Dienstleistungen zu neuen, digitalen Geschäftsmodellen abzielen. Diese Kombination erfordert digitale Strukturen, agile Prozesse und entsprechende Kompetenzen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Hybride Formen der Wertschöpfung bieten nunmehr Chancen, aber auch Herausforderungen in der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Die Tagung informierte über Projektergebnisse, inspirierte die Teilnehmenden mithilfe anschaulich präsentierter Leuchtturmprojekte und Lösungsansätze aus der Praxis und sensibilisierte dafür, das Thema in der alltäglichen Praxis zu verankern. „Nun muss nur noch der Transfer der Ergebnisse in die breite Praxis und die gesellschaftliche Diskussion gelingen“ unterstrich Dr. Henning Krassen (BMBF) in seinem Grußwort und die beiden Keynotes machten Mut, dass die digitale Transformation im deutschen Mittelstand gelingen wird.

Den Auftakt zur Veranstaltung machte Herr Dr. Henning Krassen, Fachreferent im Referat 521 „Zukunft von Arbeit und Wertschöpfung; Industrie 4.0“. Er schlug in seinem Grußwort die Brücke zwischen dem abgeschlossenen Programm „Zukunft der Arbeit“ zum derzeit laufenden Programm „Zukunft der Wertschöpfung“ und verwies auf die nicht zu unterschätzende Bedeutung der Schnittstellen zwischen Produktion, Dienstleistung und Arbeit. Entscheidend für das Gelingen der digitalen Transformation ist es, der Wichtigkeit der Schnittstellen jenseits der Unternehmensgrenzen Rechnung zu tragen, um passgenaue Lösungen für individuelle Kundenanforderungen zu erbringen. Das stellt Unternehmen vor Herausforderungen, denn hybride Wertschöpfungssysteme bedürfen neuer Formen der Zusammenarbeit, der Führung, der Kommunikation, aber natürlich auch der digitalen Kompetenzen aufseiten der Beschäftigten.

Die inhaltliche Klammer der insgesamt 14 Sessions aus sechs Verbundprojekten (ABILITY, AgilHybrid, AnGeWaNt, HyValue, IMPRESS, SmartAIwork) bildete der Förderschwerpunkt „Zukunft der Arbeit: Arbeit in hybriden Wertschöpfungssystemen“.

Hybride Wertschöpfungsketten

Hybride Wertschöpfungsketten

Bosch Rexroth AG

So zeigen die Projektergebnisse der Verbundprojekte auf, dass der Erfolg neuer Geschäftsmodelle zunehmend davon abhängig ist, dass Unternehmen neue Formen der Produktentwicklung und Arbeitsorganisation etablieren, die die Zusammenarbeit über Unternehmensgrenzen hinweg ermöglichen. Damit erklärt sich die erfolgreiche Umsetzung digitaler Geschäftsmodelle aber nie nur aus der Perspektive technischer Machbarkeit, sondern steht immer in Verbindung zu Fragen guter Führung aufseiten des Managements als auch der digitalen Kompetenzen aufseiten der Beschäftigten sowie einer humanen Gestaltung und Organisation von Arbeit.

Konkret zeigen dies die Projektergebnisse von HyValue anhand einer digitalen Plattform, die es Zulieferern in der Automobilindustrie erlaubt, kollaborativ im Wertschöpfungssystem zu entwickeln und eben gerade nicht hierarchisch. Dies folgt dem Leitmotiv „gemeinsam mehr erzeugen“ und macht Mitarbeitende zu Kollaborationsexperten, so Dr. Alexander Ziegler (ISF, München). Auch im Projekt SmartAIwork wird die Verbindung zwischen technischer und sozialer Innovation deutlich. So zeigt das Projekt für die Entwicklung einer KI-basierten Sachbearbeitung auf, dass Automatisierungspotenziale von Künstlicher Intelligenz (KI) erst dann zum Tragen kommen können, wenn eine symbiotische Interaktion zwischen KI und (menschlicher) Sachbearbeitung gelingt.

Dass es gerade die digitalen Kompetenzen aufseiten der Beschäftigen sowie der Führungskräfte sind, die in der Entwicklung und Umsetzung digitaler Geschäftsmodelle entscheidend sind, war die Kernbotschaft des Projekts ABILITY. Ziel des Projekts war es, ein ganzheitliches Befähigungssystem zu entwickeln, das in einer personalisierbaren Lernumgebung Qualifizierungs- und Befähigungsmodule für den Transformationsprozess zu neuen Geschäftsmodellen hybrider Wertschöpfung zur Verfügung stellt.

In den beiden Projekten AgilHybrid und AnGeWaNt wurden anhand konkreter Geschäftsmodelle die Entwicklung und Arbeit mit Smart Services veranschaulicht, wie die Entwicklung einer passgenauen Lehr- und Lernplattform für die Haustechnik sowie die Entwicklung hybrider Wiegeleistungen an Nutzfahrzeugen.

Bislang blieben die Potenziale des digitalen Wandels im Bereich der Wiegeleistung von Nutzfahrzeugen ungenutzt (AnGeWaNt) und es bedurfte einer Neugestaltung von Geschäftsmodellen und Arbeitsprozessen bei Herstellern und Anwendern, um die Auswertung von Einsatzdaten oder digitale Unterstützungsleistungen für die Ferneichung anbieten zu können.

Im Vortrag der Projektverbunds IMPRESS wurde deutlich, wie entscheidend es gerade für mittelständische Unternehmen ist, in der Transformation zum Smart Service-Anbieter durch ein geeignetes Instrumentarium unterstützt zu werden. Das Projekt entwickelte daher praktische Tools, die u. a. typische Mitarbeiterkompetenzen oder Wertschöpfungsschritte beschreiben, und die sich von Produktionsunternehmen in ihrem Transformationsprozess nutzen lassen.

Eine Podiumsdiskussion rundete die informative Tagung mit der Frage nach den „Superkräften für die digitale Veränderung“ ab. Die Wunschliste war hier naturgemäß lang. Am prägnantesten waren die beiden Botschaften eines „fail forward“ – also eines „nach vorne Scheiterns“ – und die Erkenntnis, dass anwendungsorientierte Forschungsprojekte gerade für mittelständische Unternehmen Raum schaffen, um jenseits des Tagesgeschäfts die digitale Transformation der Arbeitswelt erfolgreich voranbringen zu können.

Hybride Wiegeleistungen an Nutzfahrzeugen

Hybride Wiegeleistungen an Nutzfahrzeugen

Pfreundt GmbH

Weiterführende Informationen finden sich auf den jeweiligen Projekthomepages sowie auf der Website des BMBF zur Fördermaßnahme. Informationen und aktuelle Bekanntmachungen zum derzeit laufenden Programm „Zukunft der Wertschöpfung. Forschung zu Produktion, Dienstleistung und Arbeit“ finden Sie hier.

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