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Anti-Effizienzlogiken: Reflexiv-nachhaltige Perspektiven auf Interaktionsarbeit am Beispiel Pflege (AnEffLo)

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Schlagwort: Personennahe Dienstleistungen

Fördermaßnahme: Zukunft der Arbeit: Arbeiten an und mit Menschen

Laufzeit: 01.04.2020 - 31.03.2023
Webseite
Faktoren für eine reflexiv-nachhaltige Pflegelogistiklösung. Faktoren für eine reflexiv-nachhaltige Pflegelogistiklösung.

Forschungsziel: AnEffLo ist ein Verbundprojekt im Förderschwerpunkt „Zukunft der Arbeit: Arbeiten an und mit Menschen". Ziel ist es, sogenannte „Anti-Effizienzlogiken" in technische (Assistenz-) Systeme in der Pflege zu integrieren und bei der Arbeitsgestaltung entsprechend zu berücksichtigen.

Ansprechperson Projektkoordination

Prof. Manfred Moldaschl
+49 7541 6009-2521
manfred.moldaschl@zu.de

Ansprechperson bei PTKA

Dominik Walzebok, M.A.
+49 721 608-24756
dominik.walzebok@kit.edu

Detaillierte Projektbeschreibung

Problemstellung
Der Wandel der Arbeitswelt durch voranschreitende Automatisierung und Digitalisierung betrifft in zunehmendem Maße die Arbeit an und mit Menschen, insbesondere den Pflegesektor. Damit Beschäftigte und Klienten die Chancen dieses Wandels nutzen können, ist ein sicherer Umgang mit neuen Technologien sowie ein grundlegendes Vertrauen in diese notwendig. Einseitiges Effizienzdenken steht dem entgegen, da es unter anderem dazu führt, dass die Bedürfnisse der Patienten und Pflegekräfte häufig zu kurz kommen. Aus diesem Grund ist die Anwendung von „Anti-Effizienzlogiken“ mit den Mitteln moderner Technologien erforderlich. Darunter lassen sich Logiken verstehen, die Affekte, Beziehungsqualität und weitere „weiche“ Faktoren berücksichtigen, wie beispielsweise die Stimmung von Pflegebedürftigen oder die Arbeitszufriedenheit der Pflegekräfte.

Projektziel
Ansätze dazu bieten die drei verschiedenen Konzepte, die im Forschungsprojekt AnEffLo verfolgt werden: Mit institutioneller Reflexivität etwa werden systematisch routinierte Abläufe und Tätigkeiten hinterfragt. Das Konzept der polychromen Nachhaltigkeit berücksichtigt insbesondere Gesundheitsaspekte im Arbeitsbereich und das patientenzentrierte Gesundheitsmanagement rückt die Bedürfnisse der Patienten in den Mittelpunkt. Diese Konzepte sollen durch technische Unterstützung für den Bereich der Pflege anwendbar gemacht werden.

Vorgehensweise
Zu diesem Zweck werden drei Instrumente entwickelt und erprobt, die digitale Technologien im Sinn von „Anti-Effizienzlogiken“ einsetzen: ein reflexiv-nachhaltiges Pflegelogistiksystem, das auch weiche Faktoren, wie etwa gegenseitige Sympathie, berücksichtigt, eine Emotionserkennungs-App, die z. B. dem Pflegepersonal in der Intensivpflege wichtige Rückmeldungen geben kann sowie ein reflexives Pflegemanagement, das durch ein Software-Tool unterstützt wird und dabei hilft, Entscheidungsalternativen zu erkennen und zu priorisieren. Die Evaluation dieser Instrumente erfolgt mit einem Mix aus qualitativen und quantitativen Methoden, wie Interviews und schriftlichen Befragungen. Die prototypische Umsetzung erfolgt in Zusammenarbeit mit unserem Praxispartner Deutsche Fachpflege, die bundesweit eine Vielzahl von ambulanten Pflegediensten sowie Wohngemeinschaften und stationäre Einrichtungen betreibt.

Ergebnisse und Anwendungspotenzial
Die Projektergebnisse sorgen in der Praxis für eine Erhöhung der Zufriedenheit von Patienten und Pflegekräften, die Förderung der organisationalen Innovationsfähigkeit sowie eine größere Nachhaltigkeit der Arbeit im Pflegesektor. Die gewonnenen Erkenntnisse können zudem auf weitere Branchen übertragen werden, in denen die direkte, persönliche Interaktion maßgeblich ist, wie zum Beispiel ärztliche Behandlung oder Beratungstätigkeiten.

Projektpartner
  • Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
  • Deutsche Fachpflege Holding GmbH
  • MINNT GmbH
  • VIOM Gesellschaft für Mobile Business Technologies mbH
  • Zeppelin Universität gemeinnützige GmbH
Publikationen
Titel: AnEffLo_Interaktionsarbeit gestalten - Projektatlas des BMBF-Förderschwerpunktes „Zukunft der Arbeit: Arbeiten an und mit Menschen
Akronym: AnEffLo
Autor: Dr. Dörflinger, N.; Ellerkamp, A.; Klingen, K.; Niehaus, M.; Wehrmann, J.; Wünnemann, L. (BAuA); Holler, M.; Schneider, D. (INIFES)
Herausgeber: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
Veröffentlicht im Jahr: 2020
Im Förderschwerpunkt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) „Arbeiten an und mit Menschen“ steht Arbeit mit direkter Interaktion im Fokus. Das menschliche Miteinander zwischen Beschäftigten und ihren KundInnen, KlientInnen oder PatientInnen, aber auch organisationsintern mit KollegInnen und Vorgesetzten stellt den wesentlichen Gegenstand der Arbeit dar. Der Förderschwerpunkt ist als Teil des Dachprogramms „Innovationen für die Produktion, Dienstleistung und Arbeit von morgen“ eingebettet in die Hightech-Strategie der Bundesregierung. Neue Technologien, darunter insbesondere die Digitalisierung von Produktions- und Dienstleistungsprozessen, verändern die Arbeitswelt und damit die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten. Durch neue Technologien entstehen auch neue Formen der Interaktion und Kommunikation zwischen Menschen innerhalb und außerhalb der eigenen Organisation. Diese Interaktion erfolgt klassisch im direkten Kontakt miteinander (live oder technisch vermittelt). Aber auch die Mensch-Maschine-Interaktion stellt durch selbstlernende Systeme und künstliche Intelligenz neue Herausforderungen an die Unternehmen und Beschäftigten. Dieser Wandel von Wirtschaft und Arbeitswelt betrifft Produkte und Dienstleistungen sowie Produktions- und Arbeitsprozesse. Er hat gleichermaßen Auswirkungen auf Betriebsstrukturen sowie Arbeitsverhältnisse und -tätigkeiten. Mit dem „Projektatlas Interaktionsarbeit“ wird ein Überblick zu den Forschungs- und Gestaltungsfeldern interaktiver Arbeit in Deutschland gegeben. Dazu werden die 19 beteiligten Projekte aus dem Förderschwerpunkt "Arbeiten an und mit Menschen" in Form von Steckbriefen vorgestellt sowie eine Inhaltliche Verortung zur Interaktionsarbeit vorgenommen.
Titel: AnEffLo_Interaktionsarbeit erforschen und gestalten
Akronym: AnEffLo
Autor: Bahl, L.; Dennißen, F.; Dörflinger, N.; Niehaus, M.; Wehrmann, J.
Herausgeber: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
Veröffentlicht im Jahr: 2023
Mit dieser Publikation werden die Ergebnisse des Förderschwerpunkts „Arbeiten an und mit Menschen“ dargestellt. Dazu werden die 18 beteiligten Projekte sowie das wissenschaftliche Projekt InWiGe in Form von Steckbriefen vorgestellt. Innovative Ansätze zur Neugestaltung von Arbeitsabläufen und -prozessen wurden im Förderschwerpunkt entwickelt, damit auch in Zukunft eine nachhaltige Interaktionsarbeit ermöglicht wird. Die Projekte deckten dabei ein sehr breites thematisches Spektrum an Anwendungsszenarien ab. Diese inhaltliche Vielfalt verdeutlicht einerseits die Tragweite dieser Thematik, andererseits stellt dies eine Herausforderung der Bündelung von Ergebnissen aus der Forschung dar. Die Publikation ist eine Fortführung des ersten Projektatlas zu Beginn des Förderschwerpunkts (erschienen 2020 unter https://www.interaktionsarbeit.de/SharedDocs/Publikationen/DE/Projektatlas2020.html?nn=64eb7c21-8e88-4e97-8606-341c9f0bd95d )
Titel: AnEffLo_Interaktionsarbeit gestalten
Akronym: AnEffLo
Autor: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA; Hrsg.); Dörflinger, N.; Ellerkamp, A.; Klingen, K.; Niehaus, M.; Wehrmann, J.; Wünnemann, L.; Holler, M.; Schneider, D.
Herausgeber: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
Veröffentlicht im Jahr: 2020
Mit dem „Projektatlas Interaktionsarbeit“ wird ein Überblick zu den Forschungs- und Gestaltungsfeldern interaktiver Arbeit in Deutschland gegeben. Dazu werden die 19 beteiligten Projekte aus dem Förderschwerpunkt "Arbeiten an und mit Menschen" in Form von Steckbriefen vorgestellt sowie eine Inhaltliche Verortung zur Interaktionsarbeit vorgenommen.
Titel: AnEffLo_„Bots & Co. – Die Zukunft der Interaktionsarbeit“
Akronym: AnEffLo
Verlag: GMF/Gathmann Michaelis und Freunde GMF/Gathmann Michaelis und Freunde
Veröffentlicht im Jahr: 2022
Diese Ausgabe der Zeitschrift præview basiert auf Konzepten und Ergebnissen der folgenden Projekte aus dem Förderschwerpunkt „Zukunft der Arbeit: Arbeiten an und mit Menschen": - AnEffLo – Anti-Effizienzlogiken: Reflexiv-nachhaltige Perspektiven auf Interaktionsarbeit am Beispiel Pflege (FKZ: 02L18A090-94) - BeDien – Begleitforschung zur Förderlinie personennahe Dienstleistungen (FKZ: 02K17A080) - INSTANT – Intelligente Zusammenarbeit von Menschen und sprachbasierten Assistenten (FKZ: 02L18A110ff) - InWiGe – Interaktionsarbeit: Wirkungen von und Gestaltung des technologischen Wandels (FKZ: 02L18A001) - PARCURA – Partizipative Einführung von Datenbrillen in der Pflege im Krankenhaus (FKZ 02L18A160) - RespectWork – Entwicklung gegenseitigen Respekts in der Kundeninteraktion zur Verbesserung von Arbeits- und Dienstleistungsqualität (FKZ: 02L18A020-024) - UMDIA – Unterbrechungsmanagement bei digital gerahmter Interaktionsarbeit (FKZ: 02L18A120-125). Darüber hinaus sind weitere Akteure bei der inhaltlichen Gestaltung aktiv gewesen.
Titel: AnEffLo_Podcast zum Thema „Interaktionsarbeit in Teams“
Akronym: AnEffLo
Autor: Jain, A. K.; Körner, M.; Weihrich, M.; Fink-Cvetnic, T.
Herausgeber: Forschungsprojekt AnEffLo, Zeppelin Universität gemeinnützige GmbH, Lehrstuhl für Sozioökonomie, Ferschungsverbund "Anti-Effizienzlogiken (AnEffLo)"
Veröffentlicht im Jahr: 2021
Im ersten Podcast der Podcast-Reihe "Interaktionsarbeit" diskutieren sich vier Experten zu dem Thema Interaktionsarbeit in Teams. In dem Podcast wurde zunächst das grundlegende Verständnis von Interaktionsarbeit als Forschungsparadigma dargelegt. Konsens der Diskussionsrunde war, dass eine gute Teamarbeit Voraussetzung für eine gelungene Interaktionsarbeit ist. Moderation: Dr. Anil K. Jain (Lehrstuhl für Sozioökonomik, Zeppelin Universität). Teilnehmer*innen: Prof. Dr. Mirjam Körner (Institut für Medizinische Psychologie, Universität Freiburg), Dr. Margit Weihrich und Dr. Tanja Fink-Cvetnic (Forschungseinheit für Sozioökonomie der Arbeits- und Berufswelt, Universität Augsburg).

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