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Gesundes Arbeiten mit vernetzten digitalen Arbeitsmitteln: Lösungen zur Prävention von Fremd- und Selbstüberforderung bei entgrenzter Wissens- und Innovationsarbeit (GADIAM)

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Schlagwort: Industrie 4.0

Fördermaßnahme: Arbeit in der digitalisierten Welt

Laufzeit: 01.04.2017 - 31.12.2020
Zumutbare Leistungsmengen bei digitalisierter Arbeit ermitteln Zumutbare Leistungsmengen bei digitalisierter Arbeit ermitteln

Forschungsziel: Das Ziel des Forschungsprojekts GADIAM war es, Methoden zu entwickeln, um Überforderung von Menschen in der digitalen Arbeitswelt durch selbst- und fremdgesetzten Zeit- und Leistungsdruck zu vermeiden. Im Mittelpunkt des Projekts standen digitalisierte Tätigkeiten, die ein hohes Maß an Wissensverarbeitung und selbstständigen Entscheidungen erfordern. Für komplexe Tätigkeiten, wie beispielsweise ingenieurstechnische Entwicklungsaufgaben, wurde ein Vorgehen erprobt, welches zumutbare Leistungsmengen gemeinsam mit den Beschäftigten ermittelt. Als Ergebnis entstand ein innovatives Analyse- und Gestaltungsverfahren zur Bestimmung zumutbarer Zeit- und Leistungsmengen für komplexe digitalisierte geistige Arbeit. Die erprobte Handlungsanleitung und das Schulungsmaterial wurden nach Projektende in Qualifizierungsangebote der Deutschen MTM-Vereinigung e.V. als Transfereinrichtung aufgenommen. Zudem erfolgte eine nachhaltige Verbreitung der Ergebnisse und Schulungsangebote über kooperierende Betriebe und einen Beirat, der aus Vertretern von Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbänden sowie weiteren Firmen und Einrichtungen Firmen und Einrichtungen bestand.

Ansprechperson Projektkoordination

Prof. Winfried Hacker
+49 351 463-36226
winfried.hacker@tu-dresden.de

Ansprechperson bei PTKA

Dipl.-Ing. Stefan Scherr
+49 721 608-25286
stefan.scherr@kit.edu

Detaillierte Projektbeschreibung

Problemlage
Viele Menschen erleben bei digitalisierter Arbeit trotz anregender Arbeitsinhalte und ausreichend persönlichem Freiraum Zeit- und Leistungsdruck. Langfristig können daraus Erschöpfung sowie psychosomatische Beschwerden und dadurch erhöhte Ausfallzeiten, Demotivation und Fluktuation bei Mitarbeitern entstehen. Die Ursachen dafür werden in zeitlicher bzw. mengenmäßiger Selbst- und Fremdüberforderung der Beschäftigten vermutet. So zeigen sich beispielsweise bei vielbeschäftigten Projektmanagern oftmals Schlafstörungen oder Angstzustände als Folge von Überforderungserleben. Bisher existieren für komplexe geistige Arbeit keine geeigneten Verfahren zur Ermittlung zumutbarer Leistungsmengen, um der Überforderung frühzeitig Abhilfe zu schaffen.

Zielstellung
Das Ziel des Forschungsprojekts GADIAM war deshalb, Methoden zu entwickeln, um Überforderung von Menschen in der digitalen Arbeitswelt durch selbst- und fremdgesetzten Zeit- und Leistungsdruck zu vermeiden. Im Mittelpunkt des Projekts standen digitalisierte Tätigkeiten, die ein hohes Maß an Wissensverarbeitung und selbstständigen Entscheidungen erfordern. Für komplexe Tätigkeiten, wie beispielsweise ingenieurstechnische Entwicklungsaufgaben, wurde ein Vorgehen erprobt, welches zumutbare Leistungsmengen gemeinsam mit den Beschäftigten ermittelt.

Vorgehensweise
Zunächst wurde auf der Grundlage partizipativer Qualitätszirkelarbeit der geschätzte und tatsächlich benötigte Zeitbedarf verglichen und darauf basierend Maßnahmen zur Prozessoptimierung abgeleitet. Die Umsetzungen wurden mit allen Beteiligten abgestimmt, um eine hohe Akzeptanz für Optimierungsmaßnahmen herzustellen. Darüber hinaus wurden übertragbare Prozessbausteine für komplexe digitalisierte geistige Arbeit entwickelt und eine zumutbare Zeit- und Leistungsbemessung branchenübergreifend erprobt. Begleitend wurden Prozess- und Gesundheitsveränderungen erfasst und eine wirtschaftliche Kosten-Nutzen-Bewertung vorgenommen. Die Ergebnisse flossen in eine konkrete Handlungsanleitung ein, die es weiteren Betrieben ermöglicht, das Vorgehen ohne externe Unterstützung einzusetzen. Bereits im Projektzeitraum wurde in den kooperierenden Betrieben der selbstständige Einsatz der Handlungshilfe überprüft und das Vorgehen an die Praxis angepasst.

Ergebnisverwertung
Als Ergebnis entstand ein innovatives Analyse- und Gestaltungsverfahren zur Bestimmung zumutbarer Zeit- und Leistungsmengen für komplexe digitalisierte geistige Arbeit. Die erprobte Handlungsanleitung und das Schulungsmaterial wurden nach Projektende in Qualifizierungsangebote der Deutschen MTM-Vereinigung e.V. als Transfereinrichtung aufgenommen. Zudem erfolgte eine nachhaltige Verbreitung der Ergebnisse und Schulungsangebote über kooperierende Betriebe und einen Beirat, der aus Vertretern von Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbänden sowie weiteren Firmen und Einrichtungen bestand.

Projektpartner
  • Deutsche Werkstätten Hellerau GmbH
  • MTM ASSOCIATION e.V.
  • Technische Universität Dresden
  • Telegärtner Karl Gärtner GmbH - Werk Höckendorf
Publikationen
Titel: Gesundes Arbeiten mit vernetzten digitalen Arbeitsmitteln: Lösungen zur Prävention von Fremd- und Selbstüberforderung bei entgrenzter Wissens- und Innovationsarbeit - GADIAM (GADIAM)
Akronym: GADIAM
Autor: Gühne, M.; Mischer, M.; Kirsch, T. L.; Pietrzyk, U.; Günther, T.; Hacker, W.
Herausgeber: Gühne, M.; Mischer, M.; Kirsch, T. L.; Pietrzyk, U.; Günther, T.; Hacker, W.
Veröffentlicht im Jahr: 2021
Die Verwendung nachhaltiger fremd- oder selbstgesetzter Zeitvorgaben in Unternehmen, d. h. von Zeitvorgaben, die ökonomische und gesundheitliche Erfordernisse berücksichtigen, setzt das Wissen um nachhaltige Zeitbedarfe für zukünftige Tätigkeiten voraus. Anders als für algorithmische geistige Arbeit existierte für komplexe Wissens- und Innovationsarbeit bisher in der Literatur kein Verfahren zur Zeitbedarfsermittlung. Die Abschlussveröffentlichung Verbundprojekts GADIAM beschreibt die Entwicklung eines Verfahrens zur Ermittlung nachhaltiger Zeitbedarfe für komplexe Wissens- und Innovationsarbeit sowie einer Handlungsanleitung und eines Schulungskonzepts zur Unterstützung der Anwendung des Verfahrens in der Unternehmenspraxis.
Titel: Projekt- und Teamarbeit in der digitalisierten Arbeitswelt (GADIAM)
Akronym: GADIAM
Autor: Mütze-Niewöhner, S.; Hacker, W.; Hardwig, T.; Kauffeld, S.; Latniak, E.; Nicklich, M.; Pietrzyk, U.
Verlag: Springer Vieweg, Berlin, Heidelberg Springer Vieweg, Berlin, Heidelberg
Veröffentlicht im Jahr: 2021
Ein interdisziplinäres Open-Access-Buch für Wissenschaft und Praxis. Projekt- und Teamarbeit besitzen als Formen der Arbeitsorganisation eine hohe praktische Relevanz, die mit den Möglichkeiten der Digitalisierung und Vernetzung noch zunimmt. Der Fokus der öffentlichen Debatte um die Digitalisierung der Arbeit liegt auf technologischen und datentechnischen Innovationen. Dieses Sammelwerk ergänzt die Diskussion, indem es sowohl die Potenziale kooperativer Arbeitsformen für die Bewältigung aktueller Herausforderungen als auch die Auswirkungen digitaler Transformationsprozesse auf die Projekt- und Teamarbeit beleuchtet. Es diskutiert notwendige soziale Innovationen und liefert wichtige Impulse für die Humanisierung von Arbeit. Die Beiträge behandeln insgesamt ein breites Spektrum aktueller Fragen rund um die Gestaltung und Führung von digital unterstützter Arbeit in agilen, virtuellen oder hybriden Teams und Projekten. Jeder Beitrag schließt mit konkreten Empfehlungen für die Praxis.
Titel: GADIAM_Arbeit in der digitalisierten Welt
Akronym: GADIAM
Autor: Bauer, W. et al. (Hrsg.)
Verlag: Springer Verlag Open Access Springer Verlag Open Access
Veröffentlicht im Jahr: 2021
In 30 Verbundprojekten wurden in Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft geeignete Konzepte entwickelt und umgesetzt, mit denen positive Aspekte einer digitalisierten Arbeitswelt für Unternehmen und Beschäftigte erschlossen werden können. Gefördert wurden vor allem Lösungsansätze, die die wirkungsvolle Beteiligung von Unternehmen, ihrer Beschäftigten und Interessenvertretungen vorsehen. Damit leisten die Ergebnisse aus dem Förderaschwerpunkt einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland im globalen Wettbewerb. Zugleich wird zur Schaffung zukunftsfähiger Arbeitsplätze sowie guter Arbeitsbedingungen beigetragen. Der Förderschwerpunkt „Arbeit in der digitalisierten Welt“ war Teil des Forschungs- und Entwicklungsprogramms „Zukunft der Arbeit“ (2014–2020) innerhalb des Dachprogramms „Innovationen für die Produktion, Dienstleistung und Arbeit von morgen", Aufgabe des wissenschaftlichen Projekts „TransWork – Transformation der Arbeit durch Digitalisierung“ im Förderscherpunkt war es, durch themengeleitete Schwerpunktgruppen den gemeinsamen Austausch und Transfer sowie Publikationen und Außenwirkung zu begleiten und zu koordinieren. Zudem bearbeiteten die TransWork-Partner im Rahmen eigenständiger Forschung zentrale Themenfelder, um die Auswirkungen von Digitalisierung zu analysieren und zu bewerten.

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