Kompetenzzentrum WIRKsam – Wirtschaftlichen Wandel in der rheinischen Textil- und Kohleregion mit Künstlicher Intelligenz gemeinsam gestalten (WIRKsam)
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Fördermaßnahme: Zukunft der Arbeit: Regionale Kompetenzzentren der Arbeitsforschung - 1. Runde: Künstliche Intelligenz
Förderkennzeichen: 02L19C600, 02L19C601, 02L19C602, 02L19C603, 02L19C604, 02L19C605, 02L19C606, 02L19C607, 02L19C608, 02L19C608N, 02L19C609, 02L19C610, 02L19C611, 02L19C612, 02L19C613, 02L19C614, 02L19C615, 02L19C616, 02L19C617
Forschungsziel:
Das Kompetenzzentrum WIRKsam erforscht, wie Künstliche Intelligenz zur menschengerechten Gestaltung von Arbeit und zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit im Rheinischen Revier beitragen kann. Ziel ist es, KI-gestützte Arbeits- und Prozesslösungen zu entwickeln, die Beschäftigte unterstützen, Qualität und Effizienz steigern und Unternehmen im Strukturwandel entlasten. Gleichzeitig untersucht das Projekt aktuelle und zukünftige Kompetenzbedarfe und entwickelt geeignete Qualifizierungsansätze. Die Ergebnisse fließen in ein Kompetenznetzwerk ein, das KI-Anwendungen, Demonstratoren und praxisnahe Methoden sichtbar macht und Unternehmen bei der Transformation unterstützt.
Ansprechperson Projektkoordination
Dr. Markus Harlacher +49 2233 600371-3
m.harlacher@ifaa-mail.de
Ansprechperson bei PTKA
Judith Schliephake, M.A.
+49 721 608-29050
judith.schliephake@kit.edu
Pflichtveröffentlichung: Nach Abschluss des Projekts finden Sie unter Angabe der oben genannten Förderkennzeichen (FKZ) oder unter Angabe des Projektakronyms unter www.tib.eu/de die detaillierte Pflichtveröffentlichung.
Problemstellung
Das Rheinische Braunkohlerevier im Südwesten Nordrhein-Westfalens ist zugleich Teil der traditionsreichen Rheinischen Textilregion, deren Ausläufer bis nach Wuppertal reichen. Diese Region hat in den vergangenen fünf Jahrzehnten einen tiefgreifenden Strukturwandel erlebt: Während früher Tuche und Bekleidung das regionale Wirtschaftsbild prägten, hat sich die Industrie zu einem hochspezialisierten Standort für Textilmaschinenbau und technische Textilien entwickelt – etwa für Medizintechnik, Anlagenbau, Fahrzeugbau, Luftfahrt oder das textile Bauen.
Die heutige Textilbranche zählt zu den innovativsten Industriezweigen Deutschlands, verfügt über großes wirtschaftliches Potenzial und weist einen hohen Bedarf an qualifizierten Fachkräften auf. Gerade für die vom Braunkohleausstieg betroffenen Beschäftigten eröffnet dies neue berufliche Perspektiven und macht die Region zu einem zukunftsorientierten Wirtschaftsraum, der aktiv gestaltet werden kann.
Gleichzeitig stehen Unternehmen im Rheinischen Revier – insbesondere aus der Textil- und produzierenden Industrie – weiterhin vor großen Herausforderungen: globaler Wettbewerbsdruck, Fachkräftemangel sowie steigende Anforderungen an Qualität und Flexibilität. Hinzu kommt, dass in Produktion und Organisation enorme Datenmengen entstehen, deren Potenziale häufig ungenutzt bleiben.
Künstliche Intelligenz kann hier einen wesentlichen Beitrag leisten – sowohl zur Weiterentwicklung der Arbeitswelt als auch zur erfolgreichen Bewältigung des Strukturwandels. Viele Unternehmen sind jedoch mit Unsicherheiten, begrenzten Ressourcen oder fehlendem Know-how konfrontiert, wenn es um die Einführung von KI geht.
Ziel
WIRKsam verfolgt das zentrale Ziel, Unternehmen im Rheinischen Revier dabei zu unterstützen, Künstliche Intelligenz verantwortungsvoll, sinnvoll und menschengerecht in Arbeits- und Produktionsprozesse zu integrieren. Im Fokus steht die Entwicklung zukunftsfähiger Arbeitssysteme, die:
– Beschäftigte entlasten und ihre Kompetenzen stärken,
– Prozesse effizienter, sicherer und flexibler gestalten,
– die Qualität in Produktion und Dienstleistung erhöhen,
– und die Wettbewerbsfähigkeit regionaler Unternehmen nachhaltig sichern.
Besonders berücksichtigt werden die Handlungsfelder Qualitätssteigerung, Prozessoptimierung und Wissenssicherung – Bereiche, die sowohl für traditionelle Industrien als auch für wachsende Zukunftsbranchen der Textilregion von entscheidender Bedeutung sind.
Vorgehensweise
WIRKsam setzt auf einen praxisnahen, partizipativen und interdisziplinären Ansatz. Das bedeutet: Mitarbeitende aus Unternehmen, wissenschaftliche Expert:innen und weitere Praxispartner entwickeln KI-Lösungen gemeinsam und unter realen betrieblichen Bedingungen. Das Vorgehen orientiert sich konsequent am MTO-Prinzip (Mensch – Technik – Organisation), sodass KI-gestützte Systeme stets ganzheitlich gestaltet werden – von der technischen Implementierung über organisatorische Anpassungen bis hin zur Kompetenzentwicklung der Beschäftigten.
Der Projektprozess umfasst:
1. Analyse & Potenzialidentifikation
Gemeinsam mit Unternehmen werden sinnvolle und machbare KI-Anwendungsfälle identifiziert.
2. Konzeption & Entwicklung
KI-Modelle und digitale Assistenzsysteme werden prototypisch entwickelt – immer mit enger Einbindung der Mitarbeitenden.
3. Erprobung & Anpassung
Lösungen werden im betrieblichen Alltag getestet, verfeinert und weiter optimiert.
4. Einführung & Qualifizierung
Unternehmen erhalten Unterstützung bei der Integration der Systeme sowie Trainingsangebote für ihre Beschäftigten.
5. Evaluation & Transfer
Erkenntnisse, Methoden und Werkzeuge werden dokumentiert, aufbereitet und für andere Unternehmen übertragbar gemacht.
So schafft WIRKsam Ergebnisse, die nicht nur technisch funktionieren, sondern auch kulturell, organisatorisch und arbeitspraktisch greifen.
Ergebnisse und Anwendungspotenzial
Im Projekt entstehen praxisnahe KI-Lösungen, digitale Tools und Demonstratoren, die zeigen, wie KI die Arbeit in Produktion und Qualitätssicherung konkret unterstützen kann. Diese Lösungen:
– verbessern die Entscheidungsgrundlagen von Mitarbeitenden,
– erhöhen Prozessqualität und -sicherheit,
– reduzieren Fehler und Nacharbeit,
– sichern Wissen im Unternehmen und
– stärken die Leistungsfähigkeit von Teams und Organisationen.
Darüber hinaus entwickelt WIRKsam:
– Methoden und Leitfäden, die Unternehmen Schritt für Schritt durch KI-Projekte führen,
– Qualifizierungs- und Schulungsangebote, die Beschäftigte für den Umgang mit KI fit machen,
– übertragbare Best Practices, die auch anderen Branchen und Regionen zugutekommen.
Damit trägt WIRKsam entscheidend dazu bei, den Strukturwandel im Rheinischen Revier aktiv zu gestalten, neue Perspektiven für Beschäftigte zu eröffnen und die Region als innovativen Wirtschafts- und Technologiestandort langfristig zu stärken.
- ATLAN-tec Systems GmbH
- AUNDE Achter und Ebels GmbH
- ESSEDEA GmbH & Co. KG
- Fachhochschule Aachen
- FEG Textiltechnik Forschungs- und Entwicklungsgesellschaft m.b.H.
- Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung eingetragener Verein
- GKD - Gebr. Kufferath AG
- Heinrich Viethen Innenausbau und Formenbau
- Heusch GmbH & Co. KG
- i2solutions GmbH
- ifaa - Institut für angewandte Arbeitswissenschaft e. V.
- Intex Consulting GmbH
- Intex Consulting GmbH
- ITA Academy GmbH
- Müller Maschinentechnik GmbH
- Neusser Formblech GmbH
- Reiners + Fürst GmbH u. Co. KG
- RWTH Aachen
- Verseidag-Indutex Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Titel: WIRKTag 2026. Abschlussveranstaltung (WIRKsam)
Datum: 08-09-2026 10:00:00 - 08-09-2026 16:00:00
Ort: Hürth, Reallabor
WIRKsam den Wandel gestalten – KI für die Arbeit von morgen Wie kann künstliche Intelligenz (KI) Produktionsprozesse verbessern, Erfahrungswissen sichern und Beschäftigte konkret unterstützen? Zu diesen Fragen hat das Kompetenzzentrum WIRKsam gemeinsam mit elf Unternehmen im Rheinischen Revier fünf Jahre lang geforscht. Auf der Fachveranstaltung werden zentrale Ergebnisse, Best Practices und Perspektiven für das entstehende Kompetenznetzwerk WIRKsam vorgestellt. Ein besonderes Highlight ist der interaktive Marktplatz mit Live-Demonstrationen entwickelter KI-Anwendungen für die industrielle Praxis. Lösungen werden nicht nur präsentiert, sondern im direkten Austausch mit Expertinnen und Experten sowie Anwenderunternehmen erlebbar gemacht. Die Veranstaltung bringt Akteurinnen und Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zusammen und zeigt, wie KI im Rheinischen Revier verantwortungsvoll und praxisnah gestaltet werden kann.
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