KI in KARLsruhe: 5 Jahre menschenzentrierte KI

Das  „Kompetenzzentrum KARL – Künstliche Intelligenz für Arbeit und Lernen in der Region Karlsruhe (KARL)“ zeigte bei seiner Transferveranstaltung interdisziplinäre und praxisnahe Lösungen für den erfolgreichen Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) aus fünf Jahren Forschung. Das Verbundteam entwickelte KI-Anwendungen für Produktion, Mobilität, wissensintensive Dienstleistungen und Bildung. Alle Systeme teilen ein gemeinsames Ziel: Sie entlasten Mitarbeitende, stärken ihre Entscheidungskompetenz und stellen den Menschen konsequent als verantwortlichen Entscheider in den Mittelpunkt.

Die Ergebnisse aus fünf Jahren interdisziplinärer Forschung zu menschenzentrierter KI präsentierte das Kompetenzzentrum KARL am 5. März 2026 bei seiner Transferveranstaltung in Karlsruhe. Die entwickelten KI-Systeme sind transparent und lernförderlich gestaltet und wurden konkret in der Praxis getestet. Bereits seit dem Projektstart Anfang 2021, noch mitten in der Corona-Pandemie, vor dem Durchbruch von ChatGPT und bevor der EU AI Act verabschiedet wurde, arbeitete das KARL Team vorausschauend an zentralen Themen der KI-Einführung.

Innovationsumfeld als Erfolgsfaktor

Karlsruhes Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup unterstrich in seiner Begrüßungsrede die besondere Stärke der TechnologieRegion Karlsruhe. Die Region zeichne sich durch ein dichtes und gut vernetztes KI-Ökosystem aus, das durch kurze Wege, eine enge Zusammenarbeit und eine ausgeprägte Innovationskultur geprägt sei. Das Institut für Lernen und Innovation in Netzwerken (ILIN) der Hochschule Karlsruhe habe dieses große Potenzial frühzeitig erkannt. Als Projektleitung habe ILIN zentrale Partner aus Wissenschaft, Praxis und Transfer zusammengebracht und in den vergangenen fünf Jahren wertvolle Impulse für eine menschenzentrierte KI-Gestaltung gesetzt.

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Dr.-Ing. Alexander Lucumi, Abteilungsleiter des Bereichs Arbeitsforschung am betreuenden Projektträger Karlsruhe (PTKA), gratulierte KARL zu den bisherigen Erfolgen. KARL ist eines von 13 regionalen Kompetenzzentren der Arbeitsforschung, die zu den größten transdisziplinären Forschungsverbünden aus Wissenschaft, Wirtschaft sowie Sozial- und Transferpartnern im Fachprogramm „Zukunft der Wertschöpfung. Forschung zu Produktion, Dienstleistung und Arbeit“ des BMFTR gehören. Die Ergebnisse aus KARL seien ein starkes Signal für die Region. Jetzt gelte es, auf diesem Fundament aufzubauen und die entstandenen Angebote für den Einsatz von KI in der Arbeits- und Lernwelt zu verstetigen.

Menschliche Stärken im Zeitalter der KI

In seiner Keynote fragte Prof. Dr. Ziad Mahayni , was es bedeute, „Mensch zu sein“ in einer Arbeitswelt, die zunehmend von künstlicher Intelligenz geprägt ist und wie das Zusammenspiel von Mensch und Maschine gelingen könne. KI-Systeme ermöglichten enorme Effizienzgewinne, bildeten beispielsweise in der Medizin binnen Sekunden den Wissensstand einer Expertin oder eines Experten ab. Empathie, Verantwortungsbewusstsein, Urteilsvermögen und die Fähigkeit, Ziele sinnvoll auszurichten, bleiben jedoch eindeutig menschliche Kompetenzen. Mahayni zeigte, dass KI stets effizienzorientiert agiert, während der Mensch zielorientiert arbeitet und den Kontext, die Sinnhaftigkeit und die Auswirkungen von Entscheidungen bewusst einordnet. Diese Fähigkeiten können nicht von Maschinen ersetzt werden.

Vom Demonstrator zur KIEinführung in der Praxis

Anhand der entwickelten Demonstratoren und konkreter Anwendungsbeispiele wurde verdeutlicht, wie KI heute bereits eingesetzt werden kann und welche Herausforderungen in realen Arbeitsumgebungen auftreten. In allen Anwendungen war ein entscheidender Faktor, dass der Mensch entlastet wird, jedoch am Ende die Entscheidungshoheit behält.

In Workshops und Roundtables wurden anschließend zentrale Fragestellungen einer verantwortungsvollen KI-Nutzung vertieft behandelt. Wie kann die „Black Box KI“ besser erklärbar gemacht werden? Was sind die technischen Möglichkeiten, was die Grenzen aktueller Modelle? Auch Datenschutzfragen sowie ethische, rechtliche und soziale Aspekte waren Themen in den interaktiven Formaten.

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Ein Planspiel zum menschenzentrierten KI-Einführungsprozess ermöglichte den Teilnehmenden, in verschiedene Rollen wie Geschäftsführung, Betriebsrat oder KI-Manager zu schlüpfen und gemeinsam die Einführung einer KI-Anwendung strategisch zu planen. Das Spiel zeigte, dass nur dann nachhaltige Erfolge erzielt werden können, wenn Bedürfnisse, Perspektiven und Verantwortlichkeiten aller Beteiligten berücksichtigt werden.

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Kompetenzen und Beteiligung im Fokus

Auch in der abschließenden Paneldiskussion wurde intensiv darüber gesprochen, welche Kompetenzen Beschäftigte im KI-Zeitalter benötigen und wie Unternehmen den Wandel erfolgreich gestalten können. Dabei waren sich die Podiumsteilnehmenden einig, dass es entscheidend bleibt, Mitarbeitende aktiv einzubeziehen, Ängste ernst zu nehmen und Lernmöglichkeiten zu schaffen.

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Passgenaue Hilfe bei der Einführung von KI

Zudem wurden Ergebnisse einer im Projekt durchgeführten Studie vorgestellt, die zeigte, dass kleine und mittlere Unternehmen zunehmend KI einsetzen, jedoch häufig daran scheitern, dass es ihnen an klaren Strategien für den Einführungsprozess fehlt. Hier setzt das Kompetenzzentrum mit seinem vielfältigen Angebot an, um bestehende Hürden für Unternehmen zu erkennen und gezielt zu überwinden.

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Die Abschlussveranstaltung bot einen intensiven Austausch zwischen Akteurinnen und Akteuren aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik und gab weitere Impulse für eine verantwortungsvolle, transparente und menschenzentrierte KI-Gestaltung.