BMFTR auf der Hannover Messe 2026: Zukunftstechnologien für industrielle Wertschöpfung
Vom 20. bis 24. April 2026 präsentierte das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) auf der Hannover Messe Zukunftstechnologien und Förderangebote für den Innovations‑ und Wirtschaftsstandort Deutschland. Zentrales Thema war: Wie wird aus exzellenter Forschung industrielle Wertschöpfung?

In Halle 11, Stand B59, zeigte das BMFTR unter dem Dach der Hightech Agenda Deutschland, wie dieser Transfer gelingen kann: von der wissenschaftlichen Erkenntnis über die Entwicklung konkreter Anwendungen bis hin zu mehr technologischer Souveränität. Der Messeauftritt setzte damit ein klares Signal aus der Forschungspolitik: Industrie braucht Forschung und Entwicklung, gerade in einer Phase tiefgreifender industrie‑ und technologiepolitischer Weichenstellungen.

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Der Messestand bot mit 13 Exponaten einen umfassenden Einblick in aktuelle Forschungs‑ und Innovationsprojekte – von künstlicher Intelligenz, Robotik und Quantentechnologien über Fusion, Raumfahrt und neue Mobilitätskonzepte bis hin zu kreislauffähiger Wertschöpfung. Die Exponate veranschaulichten praxisnah, wie geförderte Forschung technologische Entwicklungen beschleunigt und Perspektiven für zentrale gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderungen liefert. Die Förderberatung des Bundes informierte über Fördermöglichkeiten.
Auch der wissenschaftliche Nachwuchs war mit einem Preisträger des „Jugend forscht“ Wettbewerbs und einem Exponat zum Thema „KI-optimierte Fernsteuerung menschlicher Roboter“ vertreten.
Der Messeauftritt des BMFTR zeigte, dass Forschung nicht als Selbstzweck dient, sondern – ganz im Sinne der Hightech Agenda Deutschland – als strategisches Instrument. Gerade im internationalen Wettbewerb entscheidet der erfolgreiche Transfer darüber, ob Technologien skaliert und wirtschaftlich genutzt werden können und damit über Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz des Standorts Deutschland.
Forschung für die industrielle Anwendung
Wie dieser Transfer konkret aussehen kann, zeigten unter anderem zwei Exponate aus dem Fachprogramm „Zukunft der Wertschöpfung“, die exemplarisch präsentierten, wie Forschungsergebnisse erfolgreich in industrielle Anwendungen überführt werden können.
Das Kompetenzzentrum PerspektiveArbeit Lausitz – Kompetenzzentrum für die Arbeit der Zukunft in Sachsen und Brandenburg (PAL) demonstrierte anhand eines Schweißcobots, wie intelligente Assistenzsysteme und Robotiklösungen in der Arbeitswelt von morgen unterstützen. Was bedeutet das für den industriellen Alltag? Zum einen die Entlastung der Fachkräfte durch die einfache Bedienung und Automatisierung. Zudem effizientere Prozesse als Antwort auf den Fachkräftemangel. Vor allem aber die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, zum Beispiel mithilfe des mobilen Schweißcobots, der Unternehmen Wege in die automatisierte Schweißfertigung für Kleinserien zeigt.
Mit einer automobilen Entwicklungsplattform machte das Forschungsprojekt CARpulse des Forschungscampus ARENA2036 erlebbar, wie neue Mobilitätskonzepte entwickelt, simuliert und getestet werden können. Mithilfe von Virtual, Augmented und Mixed Reality werden die Interaktionen zwischen autonomen Fahrzeugen, Insassen und Umgebung physisch sowie virtuell erlebbar gemacht und menschzentriert optimiert. Im Fokus steht eine Fahrzeugkapsel, die an die Bedürfnisse der Menschen anpasst werden kann, etwa durch neue Ein- und Ausstiegslösungen für Personen mit Einschränkungen.
Höhepunkt der Messewoche war der Besuch von Dorothee Bär, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) die sich persönlich an ihrem BMFTR‑Stand über die Forschungsprojekte ihres Hauses informierte und sich viel Zeit für den Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern aus Forschung, Wirtschaft und Projektpraxis nahm.
Ebenfalls vor Ort waren Dr. Rolf-Dieter Jungk, Staatssekretär des BMFTR, und Dr. Alexandra-Gwyn Paetz, Leiterin der Abteilung „Technologische Souveränität und Innovation“ gemeinsam mit Holger Lösch (BDI) sowie der Leiter des Referats „Wertschöpfung und Arbeit“ Axel Voß. Sie alle zeigten ein großes Interesse an den präsentierten Projektergebnissen und deren Verwertung von in Unternehmen.
„Think Tech Forward“
Industrielle künstliche Intelligenz war ein Schwerpunkt auf der Hannover Messe. Daten, Industrial AI und interoperable Datenräume sind längst mehr als technologische Visionen – sie sind entscheidende Faktoren für Wettbewerbsfähigkeit, Souveränität und Resilienz der Industrie.
Das unterstrichen auch Bundeskanzler Friedrich Merz, Bundesforschungsministerin Dorothee Bär, und Bundeswirtschaftsministerin, Katherina Reiche, bei Ihren Standbesuchen auf der Hannover Messe.
Dem trägt das zur Hannover Messe aktualisierte Fachprogramm „Zukunft der Wertschöpfung – Forschung zu Produktion, Dienstleistung und Arbeit“ durch das neue Handlungsfeld „KI-integrierende Wertschöpfung“ Rechnung. Es setzt den Rahmen für die Entwicklung vertrauenswürdiger, nachhaltiger und verantwortungsvoller KI-Anwendungen, insbesondere im Mittelstand, und greift damit KI als eine der Schlüsseltechnologien der Hightech Agenda Deutschland auf.
Zwei aktuelle Förderrichtlinien sollen die anwendungsnahe Entwicklung von KI-Lösungen für den Praxistransfer in Industrie, Handwerk und Handel beschleunigen:
Die Richtlinie ‚Innovative Produktionssysteme durch Kl-lntegration (InProKI)‘ fördert auf Basis produktivitätssteigernder KI-Anwendungen Produkte, Produktionssysteme und Produkt-Service-Systeme der nächsten Generation.
Die Richtlinie ‚KI-Module für Schlüsselfähigkeiten in Handwerk, Handel und Industrie (ModuS-KI)‘ unterstützt den ressourcenschonenden Einsatz von KI mit niedrigen Entwicklungsrisiken, um KI-Fähigkeiten passgenau bereitzustellen.

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Ausblick
Mit dem Auftritt auf der Hannover Messe 2026 unterstrich das BMFTR erneut seine Rolle als Impulsgeber für zukunftsorientierte Forschung und Innovation. Zugleich wurde deutlich, dass der Transfer von der Forschung in die industrielle Praxis eine zentrale gemeinsame Aufgabe von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft bleibt.
Die am BMFTR Messestand präsentierten Projektbeispiele zeigten konkret, wie Verwertung von Forschung in neue Produkte, Dienstleistungen und Arbeitsprozesse aussehen kann. Klar ist: Die auf der Hannover Messe gesetzten Impulse wirken über die Messetage hinaus und helfen, Deutschlands technologische Souveränität und die datengetriebene Wertschöpfung weiter auszubauen.

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