Hannover Messe 2026 Tag 2: Industrie 4.0 im Dialog
Daten, Industrial AI und interoperable Datenräume sind längst mehr als technologische Visionen – sie sind entscheidende Faktoren für Wettbewerbsfähigkeit, Souveränität und Resilienz der Industrie. Das unterstrichen auch Bundeskanzler Friedrich Merz, die Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Dorothee Bär, und die Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Katherina Reiche, gestern bei Ihren Standbesuchen auf der Hannover Messe.

© PTKA
Die Plattform Industrie 4.0 hat sich neu ausgerichtet und zeigt auf Ihrem Gemeinschaftsstand ‚Empowering Industrial AI Ecosystems‘ das Fundament für Industrial AI gemeinsam mit den Initiativen wie Manufacturing‑X und 8ra, wie Forschung, Politik und industrielle Praxis zusammenwirken, um datengetriebene Wertschöpfung in die Anwendung zu bringen.
Ein besonderes Highlight war heute der Leaders’ Dialogue auf der Center Stage, den die Bundeswirtschaftsministerin Reiche und Staatssekretär Jungk aus dem Forschungsministerium gemeinsam eröffneten. Unter dem Motto ‚EmpoweringIndustrialAI“ diskutierten hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik, wie
- vertrauenswürdige Datenräume,
- gemeinsame Standards
- und sichere Cloud‑Edge‑Infrastrukturen
die Grundlage für skalierbare Industrial‑AI‑Ökosysteme bilden.
Es wurde deutlich:
- Ohne Interoperabilität, souveräne Datenmodelle und den Transfer in reale industrielle Use Cases bleibt KI unter ihren Möglichkeiten.
- Digitale Zwillinge, agentenbasierter Wissenstransfer und Mensch‑Technik‑Interaktion sind zentrale Hebel für Produktivität und neue Wertschöpfung.
Industrie 4.0 bleibt damit ein strategischer Motor, um exzellente Forschung schneller in Wirkung zu bringen – und Deutschlands Industrie zukunftsfähig aufzustellen.
Der Forschungsbeirat Industrie 4.0 veröffentlichte sein Strategiepapier, das ein Zielbild für die Industrie 4.0 für die nächsten fünf bis zehn Jahre beschreibt. Es skizziert einen Rahmen für zukünftige Forschungs- und Entwicklungsbedarfe, die sich in den vier Roadmaps zu den Themen ‚Geschäftsmodelle‘, ‚Engineering‘, ‚Zukunft der Arbeit‘ und ‚Nachhaltigkeit‘ widerspiegeln. Das Papier zahlt damit auf die Hightech Agenda der Bundesregierung ein.
In der dritten Ausgabe von ‚Industrie 4.0 Forschung in Kürze‘ des Forschungsbeirats Industrie 4.0 werden die Möglichkeiten von Physical Artificial Intelligence (Physical AI) in der Industrie besprochen. Mithilfe von Digitalen Zwillingen als virtuelle Repräsentation von Produktionssystemen und -prozessen kann Physical AI den Weg zu autonomen Anlagen ebnen. Durch den kontinuierlichen Austausch zwischen realer und digitaler Welt kann die Produktion flexibler, energieeffizienter und resilienter gestaltet werden.
Ausgabe ‚Physical AI in der Industrie: Der Schlüssel zur autonomen Fabrik?‘
In diesem Zusammenhang betont auch acatech-Präsident Siegfried Russwurm: „Es ist jetzt der richtige Moment und die einmalige Chance, eine neue Transformationsphase industrieller Wertschöpfung einzuläuten und diese proaktiv zu gestalten. Genau dafür richtet sich die Plattform Industrie 4.0 unter dem Motto ‚Empowering Industrial AI‘ neu aus.“
Als Projektträger begleiten wir die Aktivitäten der Plattform Industrie 4.0, indem wir im Auftrag des BMFTR Forschungsprojekte von der Idee bis zur Umsetzung im aktualisierten Fachprogramm „Zukunft der Wertschöpfung – Forschung zu Produktion, Dienstleistung und Arbeit“ betreuen. Außerdem unterstützen wir auch den Forschungsbeirat Industrie 4.0 der Plattform mit seinen vielfältigen Aktivitäten, um den Dialog zwischen Forschung, Wirtschaft und Politik aktiv mitzugestalten.
Im aktualisierten Fachprogramm setzt das neue Handlungsfeld ‚KI-integrierende Wertschöpfung‘ den Rahmen für die Entwicklung vertrauenswürdiger, nachhaltiger und verantwortungsvoller KI-Anwendungen, insbesondere im Mittelstand.
Mit aktuell zwei laufenden Förderrichtlinien im Programm beschleunigen wir jetzt den Praxistransfer in Industrie, Handwerk und Handel – durch anwendungsnahe Entwicklung von KI-Lösungen über die zur fördernden Verbundprojekte:
- Die Richtlinie ‚Innovative Produktionssysteme durch Kl-lntegration (InProKI)‘ verfolgt das Ziel, mit produktivitätssteigernden KI-Anwendungen Produkte, Produktionssysteme und Produkt-Service-Systeme der nächsten Generation entstehen zu lassen.
- Die Richtlinie ‚KI-Module für Schlüsselfähigkeiten in Handwerk, Handel und Industrie (ModuS-KI)‘ unterstützt den ressourcenschonenden Einsatz von KI mit niedrigen Entwicklungsrisiken um KI-Fähigkeiten passgenau bereitzustellen.

© PTKA