Ergebnisse mit Zukunft: Kompetenzzentren der Arbeitsforschung in den Kohleregionen ziehen Bilanz

Mit der Fördermaßnahme „Zukunft der Arbeit: Regionale Kompetenzzentren der Arbeitsforschung“ unterstützt das BMFTR seit 2020 Forschungsverbünde dabei, neue Ansätze für die menschenzentrierte Gestaltung digitaler Arbeit zu entwickeln und in die betriebliche Praxis zu übertragen. Dabei soll an den Stärken der jeweiligen Region angesetzt werden, beispielsweise an historisch gewachsenen Themenschwerpunkten, speziellen Technologien oder branchenübergreifenden Netzwerken.

Erfolgreicher Abschluss der ersten ReKodA-Förderphase

Nach rund fünf Jahren Forschungs- und Transferarbeit endete die Förderung der Regionalen Kompetenzzentren der Arbeitsforschung (ReKodA) der ersten Wettbewerbsrunde. Im Fokus stand der Einsatz künstlicher Intelligenz in der Arbeitswelt. Alle Kompetenzzentren verbindet, dass sie Forschung, Wirtschaft und Sozialpartner zusammenbringen, um innovative Lösungen für die Arbeit der Zukunft zu erproben und regionale Transformationsprozesse aktiv zu begleiten.

Die Kompetenzzentren AkzentE4.0, PAL, WIRKsam sowie das dazugehörige Transferprojekt WIN:A präsentierten ihre Ergebnisse im Rahmen von abschließenden Transferveranstaltungen und stellten praxiserprobte Methoden, Werkzeuge und Qualifizierungsangebote vor. Zugleich wurden Perspektiven für die Fortführung erfolgreicher Strukturen aufgezeigt, etwa durch Vereine, Netzwerke oder Transferplattformen. Damit zeigte sich, dass die Förderung nachhaltige Wirkungen über die Projektlaufzeit hinaus anstoßen konnte. Auch das Kompetenzzentrum KMI stellt seine Forschungsergebnisse noch vor. Am 3. November 2026 in Leipzig gibt das Kompetenzzentrum Einblicke in Praxisprojekte, erprobte Lösungsansätze und zentrale Erkenntnisse rund um KI, Digitalisierung und die menschzentrierte Gestaltung der Arbeitswelt.

AKzentE4.0: Arbeitswissenschaftliches Kompetenzzentrum für Erwerbsarbeit in der Industrie 4.0

Das Arbeitswissenschaftliche Kompetenzzentrum für Erwerbsarbeit in der Industrie 4.0 untersuchte, wie digitale Technologien und KI-Anwendungen menschengerecht in Unternehmen gestaltet werden können. Ziel war es, die Wettbewerbsfähigkeit regionaler Unternehmen, insbesondere im Rheinischen Revier, zu stärken und zugleich gute Arbeitsbedingungen zu fördern. Gemeinsam mit Unternehmen entstanden in mehr als 40 Konsortialprojekten praxisnahe Lösungen und Demonstratoren für die Arbeitswelt der Zukunft.

Auf der Abschlussveranstaltung am 2. Juli 2026 in Aachen wurden die Ergebnisse aus fünf Jahren Projektlaufzeit vorgestellt und mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft sowie der Region diskutiert. Die Veranstaltung zeigte zugleich Perspektiven für die weitere Zusammenarbeit und Vernetzung. Mit dem Beitritt des Instituts für Arbeitswissenschaft der RWTH Aachen University zu Mine ReWIR e.V. wurden Impulse für die Verstetigung der Aktivitäten im Rheinischen Revier über die Projektlaufzeit hinaus gesetzt.

PAL: PerspektiveArbeit Lausitz – Kompetenzzentrum für die Arbeit der Zukunft in Sachsen und Brandenburg

Ein Mann zeigt einem anderen Mann anhand eines Roboters ein Beispiel für die datenbasierten und KI-gestützten Assistenzsystem. Dies ist ein Forschungsergebnis des Projekts PAL.
© PAL

Das Kompetenzzentrum Perspektive Arbeit Lausitz erforschte den Einsatz datenbasierter und KI-gestützter Assistenzsysteme für die Arbeitswelt der Zukunft in der Lausitz. Ziel war es, Unternehmen im Strukturwandel dabei zu unterstützen, Arbeit nachhaltiger, attraktiver und wettbewerbsfähiger zu gestalten. Gemeinsam mit Unternehmen wurden unter anderem Dashboard-Lösungen zur automatisierten Datenbereitstellung, Systeme zur Wissenssicherung sowie weitere digitale Assistenzlösungen entwickelt und erprobt. Die Transferveranstaltung „Intelligente Assistenz am Arbeitsplatz der Zukunft“ bot spannende Einblicke. Beispielsweise berichtete ein Praxispartner, die Firma Grötschel GmbH, ehrlich über Chancen und Hürden aus dem Alltag im Reallabor. Die entwickelten PAL Assistenzsysteme wurden in einer Ausstellung durch Live-Demonstrationen und Kurzinterviews vorgestellt. Und mit dem PAL-Verein werden weiterführende Wege zur Netzwerk-Zusammenarbeit ermöglicht und das gesammelte Wissen wächst.

WIRKsam: Wirtschaftlichen Wandel in der rheinischen Textil- und Kohleregion mit Künstlicher Intelligenz gemeinsam gestalten

Bei der Abschlussveranstaltung des Kompetenzzentrums WIRKsam erläutert eine Person einer Gruppe von Teilnehmenden eine Forschungsanwendung. Auf einem großen Bildschirm ist eine technische Bearbeitungs- oder Messanlage zu sehen, während im Hintergrund weitere Demonstrationsaufbauten präsentiert werden.
© WIRKsam/Thomas Adolph | Pathfinder Studios Filmproduktion GmbH

Das Kompetenzzentrum WIRKsam untersuchte, wie KI-Anwendungen zur menschengerechten Arbeitsgestaltung und zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen in der Rheinischen Textil- und Kohleregion beitragen können. Gemeinsam mit Unternehmen wurden KI-gestützte Arbeits- und Prozesslösungen entwickelt, erprobt und arbeitswissenschaftlich begleitet. Beispiele waren der Innovationsworkshop zur Identifikation geeigneter KI-Anwendungsfälle, interaktive Demonstratoren zur Veranschaulichung von KI-Anwendungen sowie Qualifizierungs- und Beratungsangebote für Unternehmen. Mit dem Ende der Förderung wurde zugleich die langfristige Weiterführung als Kompetenznetzwerk angekündigt. Dadurch sollen die entwickelten Methoden, Beratungsangebote und Transferaktivitäten auch künftig Unternehmen der Region bei der Einführung von KI unterstützen.

Zahlreiche Teilnehmende aus Industrie, Forschung und Politik kamen am 8. September zur WIRKsam-Transferveranstaltung in Hürth zusammen, um auf die fünf Jahre gemeinsamer Arbeit an menschengerechten KI-Lösungen zurückzublicken. Matthias Heidmeier, Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen würdigte die Arbeit der WIRKsam Partner in seinem Grußwort. Ein Highlight der Veranstaltung waren die „Lessons Learned“ aus den WIRKsam-Anwendungsfällen: Unternehmen berichteten von ihren Erfahrungen, Erfolgen und Herausforderungen bei der Einführung von KI. Darüber hinaus stellte das neue Kompetenznetzwerk WIRKsam seine Unterstützungsangebote für Unternehmen im Rheinischen Revier vor, die auch auf der neuen WIRKsam-Website zu finden sind.

Lesen Sie hier die Pressemitteilung.

WIN:A: Wissens- und Innovations-Netzwerk Arbeitsforschung

Auf dem jährlichen WIN:A-Transfertag werden die aktuellen Forschungsergebnisse der regionalen Kompetenzzentren der Arbeitsforschung präsentiert. Hier erläutert ein Projektpartner vier Interessierten Ergebnisse des Projekts PAL.
© WIN:A

Das Wissens- und Innovations-Netzwerk Arbeitsforschung unterstützt als wissenschaftliches Projekt die regionalen Kompetenzzentren der Arbeitsforschung der ersten Wettbewerbsrunde „Künstliche Intelligenz“ dabei, Forschungsergebnisse dauerhaft und zielgruppengerecht in die betriebliche Praxis zu übertragen. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung innovativer Transferstrukturen für kleine und mittlere Unternehmen, intermediäre Organisationen und Sozialpartner. Zu den zentralen Ergebnissen gehören die Transferplattform „Management – Arbeit – Forschung“, Praxisimpulse für verschiedene Zielgruppen sowie Qualifizierungs- und Vernetzungsangebote.

Der jährliche WIN:A-Transfertag wurde erneut gemeinsam mit CoCo, dem wissenschaftlichen Vernetzungsprojekt sowie mit den regionalen Kompetenzzentren der Arbeitsforschung der ersten und zweiten Wettbewerbsrunden, gestaltet. Leitsatz war „Wissen, was wirkt – Transfer als Gemeinschaftsaufgabe“. Im Fokus der Veranstaltung stand unter anderem der Erfahrungsaustausch zwischen den Kompetenzzentren der Arbeitsforschung der ersten Wettbewerbsrunde zur künstlichen Intelligenz mit den Kompetenzzentren der Arbeitsforschung der zweiten Wettbewerbsrunde zu Gesundheit, Führung und Kreislaufwirtschaft. In der Paneldiskussion „Transfer unter Realbedingungen“ wurde deutlich, unter welchen Bedingungen, mit welchen Ressourcen und in welchen Konstellationen nachhaltige Implementierung von Forschungsergebnissen gelingt – und wo sie in der Praxis scheitert. Im interaktiven DemonstratorenLab „Innovation zum Anfassen“ präsentierten die regionalen Kompetenzzentren zur Arbeitsforschung ihre entwickelten Demonstratoren.

Künstlich – Menschlich – Intelligent: Menschzentrierte KI für die Arbeitswelt von morgen

Die Unternehmen, Forschungseinrichtungen und weiteren Partnern des Kompetenzzentrums für transformierte Arbeit in Westsachsen – Künstlich und Menschlich Intelligent (KMI) haben gemeinsam konkrete Praxisprojekte, Lösungsansätze und Demonstratoren entwickelt und erprobt, um künstliche Intelligenz und Digitalisierung sinnvoll und menschzentriert in Unternehmen einzusetzen. Im Mittelpunkt standen dabei insbesondere die Einbindung von Mitarbeitenden und die erfolgreiche Gestaltung von Veränderungsprozessen.

Auf der KMI Transferveranstaltung am 3. November 2026 in Leipzig werden die zentralen Ergebnisse und Erfahrungen aus der Projektlaufzeit vorgestellt. Partnerunternehmen berichten aus der Praxis über ihre KI- und Digitalisierungsprojekte, von Herausforderungen auf dem Weg zur Umsetzung und davon, was sich bewährt hat. Ergänzend werden Forschungsansätze vorgestellt, die Unternehmen unterstützen können, Mitarbeitende einzubeziehen und Veränderungsprozesse erfolgreich zu gestalten. Eine Ausstellung mit Demonstratoren bietet Gelegenheit zum Austausch und zur Diskussion von Perspektiven für den weiteren Einsatz menschenzentrierter KI.

Nachhaltige Impulse für die Arbeitswelt von morgen

Die Veranstaltungen der Kompetenzzentren der Arbeitsforschung waren nicht nur Rückblick auf die gemeinsame Arbeit, sondern zugleich ein Ausblick auf die weitere Zusammenarbeit und den Transfer der entwickelten Lösungen. Die Fortführung von Netzwerken, Transferangeboten und Qualifizierungsmaßnahmen über die Projektlaufzeiten hinaus verdeutlicht die nachhaltige Wirkung der Forschungsförderung im Bereich der Arbeitswissenschaft und zum Thema Implementierung in die betriebliche Praxis. Sie schafft eine wichtige Grundlage für die zukünftige Gestaltung einer menschengerechten und wettbewerbsfähigen Arbeitswelt.

Förderung

Die Kompetenzzentren der Arbeitsforschung werden für jeweils fünf Jahre gefördert.
Mit den Forschungsprojekten Next_KARL und ENGAGE-KI werden zwei Anschlussprojekte für ein weiteres halbes Jahr gefördert.